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Teure Fehlzeiten:

25 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage wegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen bei der Arbeit

„Hallo Chef, ich kann heute leider nicht zur Arbeit kommen. Mein Rücken schmerzt – ich kann mich nicht bewegen!“ Fast 70.000 Arbeitnehmer in Deutschland melden sich pro Tag mit diesen oder ähnlichen Worten bei ihren Vorgesetzten krank. Hochgerechnet auf die rund 31 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland, entfielen im Jahr 2016 somit mehr als 25 Millionen Fehltage allein auf die Einzeldiagnose „Rückenschmerzen“. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Gesundheitsreport 2017 der Techniker Krankenkasse (TK).

Ob Bar-, Café- oder Restaurantbesitzer, Küchenchef oder Hotelmanager: Sie alle müssen sich täglich mit kurzfristigen Krankmeldungen aufgrund von Rückenbeschwerden & Co. beschäftigen. Wie bekomme ich schnell Ersatz? Wer kann die anstehende Arbeit so übernehmen, dass die Qualität nicht darunter leidet? Kann ich durch Umverteilen der Mitarbeiter das Ausfall-Problem lösen? Diese und mehr Fragen schießen den Verantwortlichen bereits während des Anrufs durch den Kopf. Schließlich muss in der Gastronomie und Hotellerie jedes Zahnrad zuverlässig ins nächste greifen. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Auf der anderen Seite kosten diese häufigen Krankenstände die deutsche Wirtschaft jedes Jahr Milliarden!


Weniger Fehltage in der Gastronomie
Falsche Körperhaltung, Stress, nicht durchdachte Arbeitsabläufe: Rückenschmerzen bei der Arbeit können viele Ursachen haben. Die gute Nachricht ist, dass durch eine intelligente Küchenplanung, die Ergonomie als einen Faktor berücksichtigt, die Gesundheit der Mitarbeiter verbessert und die krankheitsbedingten Fehlzeiten reduziert werden können. Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier


 

Deutschland hat „Rücken“

Warum leiden so viele Menschen an Rückenschmerzen?

Die Gründe hierfür sind vielfältig, betont TK-Gesundheitswissenschaftlerin Gudrun Ahlers: „Menschen, die körperlich schwer arbeiten sind natürlich überdurchschnittlich von Rückenschmerzen betroffen. Wir stellen aber auch immer wieder fest, dass auch Beschäftigte, die besonders unter Druck stehen, Rückenprobleme haben. Der Stress sitzt ihnen buchstäblich im Nacken.“ Laut der aktuellen Stressstudie der TK leiden Beschäftigte mit hohem Stresslevel überdurchschnittlich oft an Rückenschmerzen und Verspannungen (66 Prozent) – bei den Berufstätigen ohne Stress sind es „nur“ 42 Prozent.

1. Verbesserung der Work-Life-Balance

Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind ein großes Plus für Gastronomie-Unternehmen. Deshalb sollten moderne Arbeitgeber die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter verbessern. Neben flexiblen Arbeitszeiten, Zeit für Fortbildung und Kinderbetreuung zählt auch die Förderung von Sportangeboten (z.B. Besuch eines Sportstudios mit Rückenangeboten) zu den Aspekten, die einen Arbeitgeber attraktiv machen.

2. Bewahren Sie Haltung

Wir stehen zu oft im Hohlkreuz, belasten durch falsches Heben unsere Wirbelsäule und tragen zu schwer. Stehen und sitzen Sie aufrecht mit geradem Rücken. Gehen Sie beim Heben von schweren Gegenständen in die Hocke und erheben Sie sich mit geradem Rücken (nicht nach vorne gebeugt!). Darüber hinaus sollten Sie Ihre gesamte Rumpfmuskulatur (Rücken, Bauch etc.) gezielt stärken und trainieren.

3. Ergonomie berücksichtigen

Ein ergonomisch gut ausgestatteter Arbeitsplatz in der Gastronomie kann dabei helfen, neben der Effizienz auch die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter zu verbessern. Dabei sollte das Thema Ergonomie bereits in der Planung berücksichtigt werden. Konkret sollten unter anderem Arbeitsbedingungen, Arbeitsabläufe, die Anordnung der zu greifenden Gegenstände sollten räumlich und zeitlich optimiert werden.

4. Die richtigen Schuhe

Für Mitarbeiter in der Gastronomie ist ein guter Schuh besonders wichtig! Verbringen sie doch die meiste Zeit ihres Arbeitstages im Stehen. Ein guter Schuh sollte daher nicht nur bequem sein (keine oder nur flache Absätze), sondern den Fuß stützen und dämpfen, die Gelenke schonen und Halt geben. Dann gehören schmerzende Beine, brennende Füße und Rückenschmerzen der Vergangenheit an.

5. Wer rastet, der rostet

Auch wenn Sie im Beruf viel auf den Beinen sind, sollten Sie sich für die Freizeit einen aktiven Ausgleich suchen. Zum Einen hält uns Bewegung in der Natur geistig und körperlich fit – zum Anderen baut Bewegung an der frischen Luft Stress ab und kann als Stimmungsaufheller wirken. Auch für Anfänger geeignet sind Sportarten wie Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Joggen und Wandern!

6. Mehr Gelassenheit!

Dieser Ratschlag gilt sowohl fürs Berufs- als auch fürs Privatleben: Versuchen Sie nicht immer allem und jedem gerecht zu werden. Nehmen Sie sich bewusst Auszeiten und lassen Sie nicht von einer Ecke in die andere jagen! Nur wer sich ab und an auch mal Zeit für sich selbst gönnt, sich um die Familie und Freunde kümmert, bleibt mittelfristig gesund und fit um auch im Job Leistung zu bringen.

Mehr Ergonomie am Arbeitsplatz

Um körperlich schwer arbeitenden Menschen, eine Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems zu ersparen, raten Experten wie Professor Dr.-Ing. Peter Schwarz von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen auch zu mehr Ergonomie am Arbeitsplatz. So sieht der Diplomphysiker an der Fakultät Life Sciences das Thema Ergonomie längst in der Großküchenplanung angekommen. „Wer eine Großküche plant, muss Prozess- und Logistikplanung beherrschen, denn er hat es mit einem handwerklichen Produktionsunternehmen für die Herstellung von Speisen zu tun. Die Berücksichtigung der Ergonomie gehört dabei zum kleinen Einmaleins der Planung“, sagt Schwarz und schiebt die Begründung gleich hinterher: „Natürlich rechnet sich Ergonomie! Produktivität und Effizienz stehen schließlich in direktem Zusammenhang mit ihr!“

Was bedeutet Ergonomie?

Das Kunstwort setzt sich aus den griechischen Begriffen „ergon“ (Arbeit) und „nomos“ (Gesetz, Regel) zusammen. Im Allgemeinen wir unter Ergonomie die optimale wechselseitige Anpassung zwischen dem Menschen und seinen Arbeitsbedingungen verstanden. Ziel von Ergonomie am Arbeitsplatz ist es, durch Optimierungen des Arbeitsplatzes und der Arbeitsmittel (Maschinen, Werkzeuge etc.) bessere Bedingungen für den Arbeitenden zu schaffen. Konkret bedeutet dies: Arbeitsbedingungen, Arbeitsabläufe, die Anordnung der zu greifenden Gegenstände usw. werden räumlich und zeitlich optimiert.

Darüber hinaus werden die Arbeitsgeräte selbst kontinuierlich verbessert, sodass ein qualitativ und wirtschaftlich bestmögliches Arbeitsergebnis erzielt werden kann. Die Mitarbeiter sollen dabei wenig ermüden und schon gar nicht geschädigt werden – selbst dann nicht, wenn sie die Arbeit über Jahre hinweg ausüben. Für Professor Dr.-Ing. Peter Schwarz, Diplomphysiker an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Fakultät Life Sciences, führt ein ergonomisch gut ausgestatteter Arbeitsplatz darüber hinaus zu mehr Zufriedenheit, Motivation und einer gesteigerten Akzeptanz bei den Mitarbeitern: „Und dies wiederum führt zu weniger Fehlern und Fehlzeiten und damit zu mehr Effizienz.“